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Fahrt nach Kelmè 22. 04. 08 bis 27.04.08

Reinhard greift zum Akkordeon

Fahrt

Die elfköpfige Besuchergruppe mit Bürgermeister Horst Murken (siebter von links) an der Spitze ist zu Gast in Kelme gewesen. Dort wurden die Kontakte zwischen Lienen und dem litauischen Kelme vertieft.Foto (4): Hunsche

Lienen. „Ein herzlicher Empfang.“ Mit diesen Worten beschreibt Werner Hunsche das Willkommen in Lienens lettischer Partnerstadt Kelme. Eine elfköpfige Reisegruppe aus Lienen hatte sich auf den Weg gen Osten gemacht.

Ein Höhepunkt des Aufenthalts war zweifellos das Fest der deutschen Sprache. In diesem Jahr lautete das Motto „Komm, lieber Mai . . .“ Die Schülerinnen und Schüler, die Deutsch als Fremdsprache in ihren Schulen gewählt haben, hatten in Collagen, Liedern, Gedichten, Aufsätzen und kleinen Theaterstücken dieses Thema mit Witz und Pfiff umgesetzt. Eine Jury, in der neben dem deutschen Botschafter Heinsberg und dem Honorarkonsul und Ehrenbürger der Stadt Kelme, Freiherr von Stetten, auch Lienens Bürgermeister Horst Murken mitwirkte, hatte die Beiträge zu bewerten und die Sieger zu küren.
Am Nachmittag wurde das Gymnasium besucht. Jedes Mitglied der Lienener Delegation überreichte dem Schulleiter persönlich Buchpräsente in deutscher Sprache. Das wird der Grundstock für eine deutsche Schulbibliothek sein. Als Dankeschön spielte und sang eine Schülerband in der Aula der Schule für die Gäste. Die Zuschauer belohnten die Darbietungen mit lang anhaltendem Beifall und Zugabe-Rufen. Die Lienener waren überrascht, wie sauber und gepflegt die Fachräume und Treppenflure des teilweise renovierten Gebäudes waren.

Ein weiteres Glanzlicht in Kelme war der Besuch der Suppenküche. Die Lienener Gruppe hatte Geld dafür gesammelt. Horst Murken überreichte im Auftrag des Vereins zur Förderung der Städtepartnerschaft Lienen-Kelme, dessen Vorsitzender er gleichzeitig ist, eine Spende in Höhe von 500 Euro.

Die Lienener wohnten im Countryside-Hotel „Azuolu slenis“. Nach der Begrüßung durch den Landrat Kosta Arvasevicius kam es am ersten Tag am litauischen Buffet zu ersten Kontakten zwischen den Gästen. Bei sprachlichen Schwierigkeiten half das kleine Wörterbuch, das Daiva Fletemeyer zusammengestellt hatte. Vor allem das „I sueikata“ (Prost) ging schon nach dem dritten Wodka leicht über die Lippen.

Letzte Barrieren half die Musik zu überwinden. Die Liederfibel, die die Lienener auch wieder im Gepäck hatten, kam zum Einsatz, und schon bald sangen die Letten und Litauer in ihrer Sprache mit, denn sie kannten einige der Lieder. Reinhard Blömker mit einem Akkordeon und eine kleine Damenband halfen mit, die Stimmung zu schüren. Der Leiter der örtlichen Feuerwehr dankte mit einer Urkunde der Lienener Wehr für Hilfe (Teile für eine Pumpe).

Ein weiteres Glanzlicht war das Gebetsfrühstück mit Bischof Bartulis des Bistums Siauliai (dazu gehört auch Kelme). Das Thema lautete „Verantwortung der Politiker und der Beamten vor den Menschen und vor Gott.“ Die Lienener beteiligten sich mit dem Lied „Geh‘ aus mein Herz und suche Freud‘“ und einer kurzen Reflexion – vorgetragen von Horst Murken – an der Gestaltung.

Interessant war die Einladung des Bürgermeisters der Stadt Kelme in sein Verwaltungsgebäude. Hier erläuterte er die Verwaltungsstruktur der Stadt und vor allem ihre finanziellen Probleme. Es folgte ein Rundgang durch den Ort. Diesem Teil hätten die Gäste aus Lienen gerne mehr Zeit gewidmet. Vielleicht beim nächsten Besuch.

Vom 22. bis zum 24. Juni erwartet man in Lienen einen Gegenbesuch aus Kelme. Es kommen 25 Jugendliche eines Streichorchesters und zehn Erwachsene.

Die Reise führte die Lienener mit dem Flugzeug von Münster/Osnabrück über München nach Riga. In Riga wartete schon der Bus mit dem Fahrer Darius, der mit seinem Bus den Lienenern für fünf Tage zur Verfügung stand. Ein Glücksgriff: herzlich, kommunikativ, immer in guter Stimmung, jede Schwierigkeit lösend mit der Bemerkung „no problem“.

Am nächsten Morgen stand ein Rundgang durch die Altstadt mit Werner Hunsche, der sich mit der Geschichte und Architektur dieser alten Hansestadt näher beschäftigt hatte, auf dem Programm.

 

Quelle: Werner Hunsche - Westfälische Nachrichten (Lengerich) - 30. 4. 2008