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Ich will Dolmetscherin werden

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Indre Makauskaite lernt den Alltag in der Hauptschule Lienen kennen. Dort werden erste Grundsteine für eine mögliche Partnerschaft mit einer Schule in Kelme gelegt. Auch die Tourist-Info lernt der Gast aus Kelme kennen.Fotos (2) : (Wilhelm Schmitte)

 

Lienen - Sie hat ein gewinnendes Lächeln, ist aufgeschlossen und stets gut gelaunt. Indre Makauskaite macht ein achtwöchiges Praktikum in Lienen. Die Studentin aus der litautischen Partnerstadt Kelme schaut sich jeweils vier Wochen in der Hauptschule und in der Tourist-Info um. „Ich möchte meine Sprachkenntnisse vertiefen“, umreißt die 24 Jahre alte Studentin ihre Intention, ein Praktikum in der Bundesrepublik zu machen.


Dabei spricht die junge Frau sehr gut Deutsch. Kein Wunder. Seit der vierten Klasse in der Schule lernt sie Vokabeln und Redewendungen. An der Universität in Kaunas macht Indre Makauskaite in diesem Jahr nach vier Jahren Germanistik-Studium ihren Abschluss. „Ich möchte Dolmetscherin werden“, sagt sie in einem Gespräch mit den WN. Und danach? „Entweder in ein Übersetzungsbüro oder zu einer Firma, die mit Deutschland zu tun hat.“

Wie hat es die junge Frau nach Deutschland geschafft? Über Lienens Bürgermeister Horst Murken, zugleich Vorsitzender des Kelme-Freundschaftsvereins, ist der Kontakt im vergangenen Jahr in ihrer Heimat zustande gekommen. Die Litauerin ist bereits zu vierten Mal in Deutschland.

„Ich habe einen guten Eindruck von Lienen“, bewertet der Gast den Erholungsort. Indre Makauskaite wohnt bei Heike und Friedel Stegemann (Zum Wasserfall). Dort fühlt sie sich gut aufgehoben. „Eine nette Familie.“

Als sie in Richtung Westen aufbricht, ist es in Kelme kalt und es liegt Schnee. Kein Wetter für die 24-Jährige. „Ich mag keinen Winter.“ Doch in Lienen ist es kaum besser. Egal.

In der Hauptschule hört sie im Unterricht („Die Lehrer versuchen die Stunden für die Kinder interessant zu machen“) zu. Und ist selbst aktiv. Den zwölf Jungen und elf Mädchen der Klasse 7 erzählt sie aus ihrer Heimat.

„Litauen ist für uns völlig unbekannt“, weiß Tim Wrede. Der Deutsch- und Englischlehrer ist deshalb froh über die Hospitanz von Indre Makauskaite. Sie bringt den Schülern das osteuropäische Land näher, steht im Unterricht Rede und Antwort.

Die Hauptschule Lienen hat ein Ziel. „Eine Partnerschaft mit einer Schule in Kelme aufbauen“, formuliert Markus Fellhölter. Der kommissarische Leiter denkt dabei an einem Schüleraustausch oder Klassenfahrten.

Sowohl Tim Wrede als auch Markus Fellhölter möchten als ersten Schritt einen wöchentlichen Chat per Computer einrichten. Damit Schüler aus Lienen und Kelme miteinander in Kontakt kommen und E-Mails austauschen. Das wird eine spannende Sache. Eine gute Möglichkeit, Kontakte anzubahnen. Das findet auch Indre Makauskaite.

Sie freut sich auf die beiden nächsten Wochen in der Lienener Tourist-Info. Dort geht es um Prospektgestaltung und eine touristische Zusammenarbeit zwischen Kelme und Lienen.

Was erhofft sich die Studentin von ihrem Aufenthalt am Teutoburger Wald? „Hauptsache, ich kann meine Deutschkenntnisse vertiefen.“

 

Quelle: Westfälische Nachrichten (Lengerich) - 20. 02. 2009